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Pflanzen, die dem Starkregen standhalten

In den vergangenen Wochen beobachten Gartenbesitzer mit Bangen die täglichen Wettervorhersagen: Wo ist das nächste Unwetter zu erwarten, wo wird es Sturm, Starkregen oder sogar Hagel geben? Immer häufiger werden Gärtner mit der Frage nach Pflanzen konfrontiert, die diesen extremen Wetterbedingungen gewachsen sind.

In den vergangenen Wochen beobachten Gartenbesitzer mit Bangen die täglichen Wettervorhersagen: Wo ist das nächste Unwetter zu erwarten, wo wird es Sturm, Starkregen oder sogar Hagel geben? Waren es früher überwiegend tierische Schädlinge, die unsere Gärten bedrohten, so sind es jetzt die durch den Klimawandel verursachten Wetterextreme wie Hitzewellen, die mit Trockenheit einhergehen, plötzlich auftretende Unwetter mit Starkregenereignissen, Hagel und Sturmböen.
Immer häufiger werden Gärtner mit der Frage nach Pflanzen konfrontiert, die diesen extremen Wetterbedingungen gewachsen sind.

 

Der bekannte niederländische Gartenarchitekt Piet Oudolf empfiehlt, 70 % der Flächen im Garten sogenannten „Strukturgebern“ zu widmen. Ihre zierende Wirkung entfalten diese Pflanzen entweder durch ihren Wuchs oder durch attraktive Blätter, weniger durch bunte Blütenfülle. Ihr Vorteil in Zeiten wie diesen: Strukturgeber sind meist auch „hart im Nehmen“ und überstehen sommerliche Starkregenereignisse im Vergleich mit Blütenstauden meist nahezu unbeschadet.

 

Attraktive Strukturpflanzen werden für jeden Gartenstandort angeboten. Zu ihnen zählt die große Gruppe der Ziergräser. Für den feuchten oder sumpfigen Standort am Teich eignen sich zum Beispiel die Teichsime (Schoenoplectus lacustris) oder die Graue Seesimse (Scirpus tabernaemontani), als Schattenpflanzen die Waldsimse (Scirpus sylvaticus) und das Japan-Waldgras (Hakonechloa macra). Für feuchte Standorte sind großblättrige Stauden wie Funkien (Hosta), Bergenien (Bergeniacordifolia), das Schaublatt (Rodgersia aesculifolia, Rodgersia rotundifolia) und das Schildblatt (Darmera peltata) geeignet. Gehen wir bei Starkregen davon aus, dass er den Standort nur kurzfristig überflutet, aber nicht über Tage in eine Sumpflandschaft verwandelt, dann werden diese Wassermengen von Rhizompflanzen meist problemlos überstanden.

 

Bringen Sie Abwechslung in den trockenen Präriegarten mit den verschiedenen Sorten des Präriegrases, das ein umfangreiches Farbspektrum bietet und so bis in den Winter zierend wirkt. Als Begleitpflanzen eignen sich das nach Vanille duftende Mariengras (Hierochloe odorata), das zierliche Moskitogras (Bouteloua gracilis).

 

Genug von Gräsern? Dann hat die Stunde der Gattung Geranium geschlagen: Die robusten Arten Geranium macrorrhizum und Geranium phaeum lieben trockene Standorte, die gut drainiert sind. Wenn das Wasser rasch abgeleitet wird, vertragen sie auch plötzliche Niederschläge.
Am normalen Gartenstandort konnte denn die Starkregen-Ereignisse der vergangenen Wochen den Geranium-Psilostemon-Hybriden ‘Patricia’, Geranium-Collinum-Hybriden ‘Nimbus’, Geranium pratense ‘Brookside Hill’ und der Geranium-Sorte ‘Rozanne’ nichts anhaben. Im Staudenbeet mach sich auch der Zottige Ziest (Stachys monnieri ‘Hummelo’) als Strukturgeber sehr gut. Er begeistert im Sommer mit violetten Blütenkerzen. Widerstandsfähige Bodendecker wie das Immergrün (Vinca minor) sind ebenfalls hart in Nehmen.
Und was wurde aus der Trendpflanze Hortensie? Die kugelrunden Blütenstände der Ballhortensiensorten ‘Annabelle' haben es dieser Tage nicht leicht. Wer noch umplanen kann, entscheidet sich vielleicht eher für die Sorte ‘Strong Annabelle’ oder die Rispenhortensie Hydrangea paniculata ‘Ghost’, die mit besserer Standfestigkeit überzeugen.

 

Grundsätzlich gilt: Umso zarter und feiner die sommerlichen Blütenstände, umso weniger laufen Gräser, Stauden und Sträucher Gefahr, bei Starkregenereignissen Schaden zu nehmen. Pflanzen, deren Blätter eine dicke Wachsschicht oder sogar den Lotus-Effekt aufweisen, leiten die Regentropfen ab und knicken nicht um – hingegen saugen sich manch stark behaarte Arten oder solche mit samtigen, fedrigen oder gefüllten Blütenständen mit Regenwasser an und knicken bei starken Niederschlägen leicht ab.
Entfernen Sie beschädigte Pflanzenteile so schnell wie möglich.

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